WOL in der Elternzeit – Ein Experiment

WOL in der Elternzeit – Ein Experiment

Da bin ich nun, bereit meinen Kopf wieder anzustrengen und meine Zukunft zu formen. Unsere kleine Tochter ist letzte Woche ein halbes Jahr alt geworden.  5 Monate bleiben mir also bis zum Ende der Elternzeit. Viel zu schnell verflogen ist die Zeit, viel zu viel von dem, was ich mir ursprünglich vorgenommen habe, doch nicht geschafft. Macht nichts, ich habe jeden Augenblick mit meinem Baby genossen. Jetzt wird es aber Zeit wieder beruflich aufzusatteln. Für mich, unsere Familie und unsere Tochter. Man will ja schließlich ein Vorbild sein. 

Bevor das Baby da war, dachte ich “Endlich! Ein ganzes Jahr ohne Arbeit! Das hatte ich seit dem Abi nicht mehr.Baby schläft eh die meiste Zeit und ich kann dann all das tun, was ich mir seit Langem vornahm. Lesen, mich weiterbilden.” Heute denke ich mir: “Ha ha! Na, klar. Der war gut…”

Denn wenn das Kind kommt stellt es dein Leben auf den Kopf. Zusätzlich zu der Herausforderung mit der neuen Rolle klar zu kommen und der ständigen Angst etwas falsch zu machen, wurden wir damit konfrontiert, dass sie sehr viel schrie. Eine Freundin meinte scherzhaft , wir hätten ein “Fortgeschrittenen-Baby” erwischt. Wenn sie schlief, dann nie länger als zwei Stunden am Stück, meistens auf dem Arm. Also wurden die eigenen Ansprüche auf Grundbedürfnisse heruntergeschraubt. Ein Baby lehrt dich sehr effizient, nach jahrelanger Selbstbezogenheit, dich komplett zurückzunehmen. Doch nun gibt es sich langsam und ich bin bereit zu etwas Neuem. Fairer Weise muss ich die großartige Unterstützung unserer Familie erwähnen, ohne die es auch jetzt nicht einfach wäre.

Vor der Elternzeit hab ich mich angefangen zu fragen, was ich tun möchte. Füllt mich der aktuelle Job aus? Nutze ich mein Potenzial? Kann ich mehr tun? Wie sieht dieses „Mehr“ aus? Ich glaube das ist so, wenn man neues Leben in die Welt setzt, beginnt man damit das eigene neu auszuwerten. Während diese Gedanken mir in den letzten Monaten wieder durch den Kopf schwörten, hat Working Out Loud meinen Mann gepackt. Zwei Folgen von seinem Podcast “Firmenfunk” und einige abendliche Gespräche später, saß ich am Buch von John Stepper. Mir gingen auf einmal so viele Lichter auf. Ich hätte jede Seite unterschreiben können. Also entschied ich es auch zu versuchen.

Wie der glückliche Zufall so will, hat ein Tweet mich zeitgleich mit einigen WOL-erfahrenen Powerfrauen zusammengeführt und nun lest ihr meinen Text. Oder war es doch kein Zufall? Denn wie Seneca es einst sagte: “Glück ist wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.”

Mein Experiment mit Working Out Loud geht nun los. Zwölf Wochen für eine Reise zu einer besseren mir selbst und einem erfüllten Berufsleben. Zugleich betrachte ich es als einen dokumentierten Testlauf für Working Out Loud für frischgebackene Mütter. Ein wenig wissenschaftlich wollen wir es auch halten, hier ist also meine Forschungsfragen:

  • Ist es physisch und psychisch zu schaffen mit einem sechsmonatigen Baby einen Circle erfolgreich und engagiert durchzulaufen?
  • Wie viel Zeit verlangt es tatsächlich ab sich auf die Sitzungen zu vorbereiten?
  • Welchen Nutzen gewinne ich daraus und lohnt sich der Einsatz?
  • Welche Tipps und lessons learned habe ich für die Mütter?

und die dazugehörigen Forschungsthese oder was ich mir davon verspreche:

Aufgrund der regelmäßigen Treffen und damit verbundenen Verantwortung der Gruppe gegenüber hilft ein Working Out Loud Zirkel Frauen in der Elternzeit sich Zeit für sich freizumachen. Durch wöchentliche Aufgaben, die einem größeren Ziel dienen steigt auch das Selbstvertrauen und der Wiedereinstieg in das Berufsleben verläuft reibungsloser.

Ich freue mich darauf und hoffe meine Geschichte inspiriert ein paar Frauen die Elternzeit zu nutzen für berufliche Weiterbildung zu nutzen. 

 

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