#womenoutloud- ein Fazit

#womenoutloud- ein Fazit

Von Barbara Hilgert,  @bhilgert16

Meine Eindrücke und Erfahrungen, was ein reiner Mütter-Circle bringt?

Vor ungefähr neun Monaten habe ich das erste Mal etwas von #workingoutloud gehört und fühlte mich direkt angesprochen. „Wissen teilen ist Macht“ und „Alles ist auch anders möglich“ ist bereits seit dem Studium meine Lebensmaxime, vielleicht sogar noch länger. Schon als Kind habe ich immer gerne mit anderen zusammen gearbeitet / gelernt und war immer bereit, mein Wissen und das, was ich als Erkenntnis gewonnen hatte, zu teilen. Erst im Rahmen meiner ersten Berufsausbildung kam ich mit den Bedingungen des Datenschutzes in Kontakt….bei der Arbeit in einer Bank muss natürlich auf das Kund*innenbedürfnis: Schutz ihrer/seiner sensiblen Daten eingegangen werden.

Insofern war das damals im Rahmen der Ausbildung zur Sparkassenkauffrau ganz selbstverständlich und ich fing an, die offene Wissensweitergabe zu hinterfragen und zu überlegen: wenn ich xy mein Know-How geben, was tut er/sie dann damit. Kann er das zu seinem Vorteil nutzen und einen Mehrwert generieren, der eigentlich mir zustehen würde?

Wissen teilen ist Macht!…..?

Infos für sich behalten, weil andere das ausnutzen könnten. Schwachsinn, oder? Die Beschäftigung mit dem Wissensmanagement und insbesondere mit Communities of Practice hat diese Fragestellung ad absurdum geführt. Informationen sind im heutigen Informationszeitalter nicht wertvoll, weil sie im Überfluss vorhanden sind, Google, Wikipedia und weiteren Suchmechanismen im Internet sei Dank. Umso enttäuschender war die Erkenntnis aus der Mitarbeiterbefragung für meine Diplomarbeit: Nein, „Wissen teilen ist Macht“ hat 2002 noch überhaupt nicht funktioniert. Ein findiger (amerikanisch geprägter) Personalvorstand hatte die Idee, aus den weltweiten Personalern der deutschen Bank eine HR-Communities-of-Practice zu machen. Es wurde ein tolles Tool entwickelt, dass den Möglichkeiten & Funktionalitäten heutiger Pinterests / Instagramms / Facebooks und CO. nicht wirklich deutlich nachstand.

Dennoch, trotz vielfältiger Marketingbemühungen war die Nutzungsrate gleich null. Aber warum auch. Die damaligen HRler kannten sich mit sowas wie „sozialen Medien“ ja noch gar nicht aus, das waren für viele böhmische Dörfer, warum also ein Kompetenzprofil anlegen und das zusätzlich mit privaten Daten (z.B. dem Rezept inklusive Foto des Lieblingskuchens) aus zu schmücken. @HRBase war also schon bei seiner Geburt zum Tode verurteilt, war die Idee auch noch so gut. Nur durch die Kombination des vorhandenen (expliziten bzw. explizierbaren) Wissens und die Kooperation der beteiligten Menschen kann etwas Neues entstehen.

Innovation durch Kombination und Kooperation

Heute ist das jedem von uns direkt einleuchtend und klar: Man muss nicht alles selbst wissen und können (vielmehr ist das auch gar nicht mehr möglich, bei der Geschwindigkeit, mit der neue Prozesse, Organisationsformen, Apps und Software entstehen), man muss nur noch jemanden kennen, der jemanden kennt bzw. wissen, woher man die Information oder Unterstützung bekommen kann. That´s it.

Immer dann, wenn Menschen kollaborieren, ihre Ideen austauschen und gemeinsam etwas neues Schaffen entsteht positive Energie und ein Nährboden für intrinsische Motivation.

Und jetzt endlich komme ich zurück zur eigentlichen Frage dieses Blog-Beitrages:

Was macht einen womenoutloud-Circle besonders?

Eigentlich nichts und doch alles….!

Nichts, weil working out loud immer dann gut funktioniert, wenn die Circle-Mitglieder sich wirklich auf diese Art des Kollaborierens einlassen. John Stepperhat mit seiner Idee die (heimlichen) Sehnsüchte vieler Arbeitnehmer*innen im Zeitalter moderner Medien und größtmöglicher Unsicherheit getroffen. Viele spüren, dass ihre Working identity nicht mehr von einem Arbeitgeber oder von einem Aufgabenbereich bestimmt wird und werden sollte. Niemand weiß heute, was in drei Jahren sein wird und das im wahrsten Sinne des Wortes, wenn die Halbwertzeit des Wissens nur noch drei Jahre beträgt.

Wo werde ich in drei Jahren sein? In welchem Job, in welchem Unternehmen? Gibt es mein heutiges Aufgabenfeld dann noch oder wird es durch KI übernommen worden sein? In welche Richtung muss ich / sollte ich mich weiterbilden und wie?

Ein roter Faden in der Orientierungslosigkeit

In dieser –für viele- vollständigen Orientierungslosigkeit bietet workingoutloud mit einem strukturiertem Plan und seinen Circle-Guides im wahrsten Sinne einen roten Pfaden durch die Untiefen des Lebens. Besonders wir Deutschen stehen darauf, wenn wir uns anhand einer festen Struktur entlang hangeln können und dabei die soziale Komponente, das „Nette“ an der Idee des WorkingOutLoud nicht zu kurz kommt.

Es lebe der Netzwerkgedanke

Dennoch, im Grunde funktioniert das System immer dann und (vermutlich) in jeglicher Teamkonstellation gut, wenn alle Beteiligten offen sind für eben dieses „Wissen teilen ist Macht“ und ihr KnowHow wirklich teilen bzw. die Beiträge der Circle-Member auch entsprechend estimieren. Wenn jeder Beteiligte die Möglichkeit hat, sich in bestimmten Situationen als Kompetenzträger zu etablieren, dann entsteht durch WorkingOutLoud Neues und Innovatives, dass die Gruppe und jeden einzelnen weiterbringt, es lebe der Netzwerkgedanke.

Dahinter steht das menschliche Bedürfnis nach Verbundenheit. Wir wissen aus der Hirnforschung, dass diese Verbundenheit mit anderen für die gesunde Gehirnentwicklung immanent ist.

Verbundenheit durch #WOL

Und genau darauf basiert Working-Out-Loud: Großzügigkeit und Wertschätzung, online und offline. Lässt man/frau sich auf diesen Prozess ein, gibt es in regelmäßigen Abständen eine Verbundenheits-„Dusche“, die dazu führt, dass positive Botenstoffe ausgeschüttet werden, die Leckerlies für die intrinsische Motivation.

Genauso ging es mir oft im bzw. nach den Circletreffen. Und das unabhängig davon, ob es der womenoutloud-Circle oder der andere (geschlechtsgemischte) Circle war. Jedes Mal hat der Input bzw. der Austausch mit den anderen zu einem Motivationsflash geführt, der mich hat unermüdlich weiter machen lassen.

Die Frauen-Gruppe (rein virtuell) war homogen in Punkto Geschlecht, dafür aber absolut heterogen in Punkto Arbeitsfeld und Zielsetzung. Die andere Gruppe, mit der ich mich aufgrund des gleichen Wohnortes in Hamburg mehrfach „live“ treffen konnte, war heterogen in Punkto Geschlecht und Alter, aber recht homogen in Punkto Arbeitsfeld und Zielsetzung. In beiden Kreisen hat die Kollaboration gut funktioniert und ich glaube, dass alle mit ihrer Zielerreichung zufrieden sind.

#Womenoutloud ist anders

…..denn hier ist automatisch, alleine durch die identischen (privaten) Erfahrungen, die Verbundenheit miteinander nochmal deutlich verstärkt.

Wie sonst ist es zu erklären, dass mitten in der Nacht „Kinder-Notrufe“ in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe von allen mit Verständnis und Unterstützung beantwortet werden. Keine hielt sich raus oder reagierte ungehalten ob der nächtlichen Störung – und wir haben alle anstrengende Tage- nein, im Gegenteil, alle machten sich Gedanken. So werden aus Fremden Freundinnen, die sich zwar noch nie im real life gesehen haben, aber doch auf Dauer miteinander verbunden (schönes Wortspiel J) bleiben (hoffe ich zumindest).

Doch auch mein anderer (Hamburg-)Circle hat dieses Potential, aus meiner Sicht aufgrund der persönlichen Treffen, aufgrund derer ähnlich wie bei womenoutloud eine ganz enge Verbundheit entstehen konnte. Ich bin daher rundherum zufrieden und kann beides empfehlen:

Womenoutloud UND/ODER ein „normaler“ Circle, gut ist jedoch, wenn ihr Euch mindestens einmal live treffen könnt. Hauptsache, ihr probiert es aus….#WOL rocks!

Mein neuer Circle steht in den Startlöchern. Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt… 

 

Photo by Vonecia Carswell on Unsplash

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