WOL Geschichten

Der erste Women-Out-Loud Circle ging zu Ende

Von Elena Lezner, @elenalezner

Warum ein Frauen Circle besonders ist?

Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen, doch das Projekt womenoutloud läuft weiter, auch wenn das Leben uns ein wenig dazwischen kommt, ist hier unser Lebenszeichen! Wir wollen euch über einen der ersten womenoutloud Circle berichten und die Erfahrungen, die wir mit dieser Konstellation gemacht haben berichten.

Zu Anfang war ich euphorisch und hoffnungsvoll, dass es richtig gut wird und ich meine Rolle gut erfüllen kann. Eine gute Mischung mit zwei WOL-Neulingen und zwei Erfahrenen, Neugier und Enthusiasmus der Teilnehmer waren alles sehr gute Grundlagen.

Jetzt denkt ihr, was ist schief gelaufen? Gar nichts! Es war in der Tat eine sehr erfüllende Reise mit UPS und Downs mit schwierigen und leichteren Phasen und einer Ladung voll Verständnis. Genau das macht es für mich aus. Ich habe in diesem Circle so viel Zuspruch und Hilfsbereitschaft erlebt, wie man selten in der heutigen, schnellen rationalen Welt finden kann. Der Zauber des Frauen-Circles ist diese nährende, wohltuende und motivierende Erfahrung, die uns alle in Beschlag genommen hat. Das heißt nicht, wir hatten keine Struktur und haben nicht gearbeitet und wie wir gearbeitet haben! Nur war es ein anderes Arbeiten, ohne Druck, mit Motivation mit Verbündeten und viel Feedback.

Was den Frauen-Circle für mich zudem von einem geschlechtlich heterogenen Zirkel unterschieden hat ist die Tiefe der Beziehungen, die dadurch entstanden sind. Es wurde tatsächlich noch persönlicher und emotionaler. Aus meiner Sicht bietet das Programm in diesem Modus allen Frauen die Möglichkeit zum einen über den Tellerrand zu schauen, andere Herangehensweisen an ähnliche Lebenssituationen mitzukriegen und gleichzeitig sich noch freier zu entfalten.

Ein echtes Geschenk haben mir die lieben Frauen aus dem Circle zum Ende gemacht, auf meine Bitte ein kurzes Feedback zu schreiben kamen vier tolle Artikel, die wir voller Stolz hier präsentieren wollen.

Und bevor ihr fragt, wann der nächste Circle startet, hoffentlich bald. Stay tuned

 

Photo by Eneida Hoti on Unsplash

Meine Erfahrungen mit women-out-loud

Von Kristin Stohrer, @kristinstohrer

Mein Name ist Kristin Stohrer, ich bin 42 Jahre alt und habe 3 Kinder (4, 10, 12 Jahre). Ich arbeite als Projektleiterin bei Bosch Power Tools in Teilzeit. Ich möchte gern von meinen Erfahrungen aus unseren Women-out-loud Circle erzählen, da mir dieser Circle persönlich sehr weiter geholfen hat und würde dies gern anderen Frauen empfehlen.

Nach einem working-out-loud Circle im Unternehmen stellte ich mir die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Wie kann ich mein Ziel weiterverfolgen?  Ich hatte das Gefühl, da geht noch mehr. Aber wieviel mehr da noch geht, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Während meiner Suche nach Antwort, was kommt nach einem Circle, habe ich den Aufruf von Monika Schlatter in Twitter gelesen, zu einer neuen Art an Circle. Es wurden Frauen gesucht, die Kinder haben und arbeiten oder gerade wieder einsteigen wollen. Das kam mir wie gerufen. Ich habe mich gemeldet und bin sehr froh darüber, dass ich an einem der zwei gestarteten Circlen „Women-out-loud“ teilnehmen durfte.

Wir starteten mit einer Kennlernrunde (week 0) und bereits nach 2-3 Wochen hatten wir eine sehr offene und freundschaftliche Atmosphäre. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles fragen konnte und immer jemand meine Fragen beantworten konnte. Die Impulse und die Kraft, die ich nach jeder Woche neu erfahren konnte, kannte ich aus dem unternehmensinternem Working-out-loud-circle nicht so intensiv. Mein Ziel in dem women-out-loud Circle war sehr ähnlich zu dem working-out-loud-Circle im Unternehmen. Daher kann ich die Ergebnisse gut vergleichen. Die wöchentlichen Gespräche im women-out-loud haben mir persönlich besser geholfen mein Ziel zu erreichen durch die Impulse der anderen Teilnehmerinnen. Ich habe sehr viel über mich selber gelernt und wie wichtig ein Netzwerk für jeden ist und welche Kraft im Wissen-teilen steckt.

Warum habe ich den women-out-loud-Circle als so viel intensiver empfunden? Ich habe darüber oft nachgedacht. Liegt es daran, dass wir alle Frauen sind? Oder daran, dass wir alle Kinder haben? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich dieser women-out-loud Circle so viel weitergebracht hat, dass ich es jeder Mutter nur ans Herz legen kann, sowas mal zu versuchen.

Inzwischen haben wir unsere Woche 12 gefeiert und ich bin sehr froh, dass wir uns gemeinsam dafür entschlossen haben uns weiterhin telefonisch treffen. Im nächsten Frühjahr wollen wir uns persönlich treffen, darauf freue ich mich sehr.

Danke an Elena für die hilfreiche Begleitung und an Monika Schlatter für die Organisation.  Für mich war dies eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Bitte bietet diese women-out-loud Circle weiter an, dass möglichst viele Mütter diese Erfahrung machen können.

 

Photo by Dakota Corbin on Unsplash

#womenoutloud- ein Fazit

Von Barbara Hilgert,  @bhilgert16

Meine Eindrücke und Erfahrungen, was ein reiner Mütter-Circle bringt?

Vor ungefähr neun Monaten habe ich das erste Mal etwas von #workingoutloud gehört und fühlte mich direkt angesprochen. „Wissen teilen ist Macht“ und „Alles ist auch anders möglich“ ist bereits seit dem Studium meine Lebensmaxime, vielleicht sogar noch länger. Schon als Kind habe ich immer gerne mit anderen zusammen gearbeitet / gelernt und war immer bereit, mein Wissen und das, was ich als Erkenntnis gewonnen hatte, zu teilen. Erst im Rahmen meiner ersten Berufsausbildung kam ich mit den Bedingungen des Datenschutzes in Kontakt….bei der Arbeit in einer Bank muss natürlich auf das Kund*innenbedürfnis: Schutz ihrer/seiner sensiblen Daten eingegangen werden.

Insofern war das damals im Rahmen der Ausbildung zur Sparkassenkauffrau ganz selbstverständlich und ich fing an, die offene Wissensweitergabe zu hinterfragen und zu überlegen: wenn ich xy mein Know-How geben, was tut er/sie dann damit. Kann er das zu seinem Vorteil nutzen und einen Mehrwert generieren, der eigentlich mir zustehen würde?

Wissen teilen ist Macht!…..?

Infos für sich behalten, weil andere das ausnutzen könnten. Schwachsinn, oder? Die Beschäftigung mit dem Wissensmanagement und insbesondere mit Communities of Practice hat diese Fragestellung ad absurdum geführt. Informationen sind im heutigen Informationszeitalter nicht wertvoll, weil sie im Überfluss vorhanden sind, Google, Wikipedia und weiteren Suchmechanismen im Internet sei Dank. Umso enttäuschender war die Erkenntnis aus der Mitarbeiterbefragung für meine Diplomarbeit: Nein, „Wissen teilen ist Macht“ hat 2002 noch überhaupt nicht funktioniert. Ein findiger (amerikanisch geprägter) Personalvorstand hatte die Idee, aus den weltweiten Personalern der deutschen Bank eine HR-Communities-of-Practice zu machen. Es wurde ein tolles Tool entwickelt, dass den Möglichkeiten & Funktionalitäten heutiger Pinterests / Instagramms / Facebooks und CO. nicht wirklich deutlich nachstand.

Dennoch, trotz vielfältiger Marketingbemühungen war die Nutzungsrate gleich null. Aber warum auch. Die damaligen HRler kannten sich mit sowas wie „sozialen Medien“ ja noch gar nicht aus, das waren für viele böhmische Dörfer, warum also ein Kompetenzprofil anlegen und das zusätzlich mit privaten Daten (z.B. dem Rezept inklusive Foto des Lieblingskuchens) aus zu schmücken. @HRBase war also schon bei seiner Geburt zum Tode verurteilt, war die Idee auch noch so gut. Nur durch die Kombination des vorhandenen (expliziten bzw. explizierbaren) Wissens und die Kooperation der beteiligten Menschen kann etwas Neues entstehen.

Innovation durch Kombination und Kooperation

Heute ist das jedem von uns direkt einleuchtend und klar: Man muss nicht alles selbst wissen und können (vielmehr ist das auch gar nicht mehr möglich, bei der Geschwindigkeit, mit der neue Prozesse, Organisationsformen, Apps und Software entstehen), man muss nur noch jemanden kennen, der jemanden kennt bzw. wissen, woher man die Information oder Unterstützung bekommen kann. That´s it.

Immer dann, wenn Menschen kollaborieren, ihre Ideen austauschen und gemeinsam etwas neues Schaffen entsteht positive Energie und ein Nährboden für intrinsische Motivation.

Und jetzt endlich komme ich zurück zur eigentlichen Frage dieses Blog-Beitrages:

Was macht einen womenoutloud-Circle besonders?

Eigentlich nichts und doch alles….!

Nichts, weil working out loud immer dann gut funktioniert, wenn die Circle-Mitglieder sich wirklich auf diese Art des Kollaborierens einlassen. John Stepperhat mit seiner Idee die (heimlichen) Sehnsüchte vieler Arbeitnehmer*innen im Zeitalter moderner Medien und größtmöglicher Unsicherheit getroffen. Viele spüren, dass ihre Working identity nicht mehr von einem Arbeitgeber oder von einem Aufgabenbereich bestimmt wird und werden sollte. Niemand weiß heute, was in drei Jahren sein wird und das im wahrsten Sinne des Wortes, wenn die Halbwertzeit des Wissens nur noch drei Jahre beträgt.

Wo werde ich in drei Jahren sein? In welchem Job, in welchem Unternehmen? Gibt es mein heutiges Aufgabenfeld dann noch oder wird es durch KI übernommen worden sein? In welche Richtung muss ich / sollte ich mich weiterbilden und wie?

Ein roter Faden in der Orientierungslosigkeit

In dieser –für viele- vollständigen Orientierungslosigkeit bietet workingoutloud mit einem strukturiertem Plan und seinen Circle-Guides im wahrsten Sinne einen roten Pfaden durch die Untiefen des Lebens. Besonders wir Deutschen stehen darauf, wenn wir uns anhand einer festen Struktur entlang hangeln können und dabei die soziale Komponente, das „Nette“ an der Idee des WorkingOutLoud nicht zu kurz kommt.

Es lebe der Netzwerkgedanke

Dennoch, im Grunde funktioniert das System immer dann und (vermutlich) in jeglicher Teamkonstellation gut, wenn alle Beteiligten offen sind für eben dieses „Wissen teilen ist Macht“ und ihr KnowHow wirklich teilen bzw. die Beiträge der Circle-Member auch entsprechend estimieren. Wenn jeder Beteiligte die Möglichkeit hat, sich in bestimmten Situationen als Kompetenzträger zu etablieren, dann entsteht durch WorkingOutLoud Neues und Innovatives, dass die Gruppe und jeden einzelnen weiterbringt, es lebe der Netzwerkgedanke.

Dahinter steht das menschliche Bedürfnis nach Verbundenheit. Wir wissen aus der Hirnforschung, dass diese Verbundenheit mit anderen für die gesunde Gehirnentwicklung immanent ist.

Verbundenheit durch #WOL

Und genau darauf basiert Working-Out-Loud: Großzügigkeit und Wertschätzung, online und offline. Lässt man/frau sich auf diesen Prozess ein, gibt es in regelmäßigen Abständen eine Verbundenheits-„Dusche“, die dazu führt, dass positive Botenstoffe ausgeschüttet werden, die Leckerlies für die intrinsische Motivation.

Genauso ging es mir oft im bzw. nach den Circletreffen. Und das unabhängig davon, ob es der womenoutloud-Circle oder der andere (geschlechtsgemischte) Circle war. Jedes Mal hat der Input bzw. der Austausch mit den anderen zu einem Motivationsflash geführt, der mich hat unermüdlich weiter machen lassen.

Die Frauen-Gruppe (rein virtuell) war homogen in Punkto Geschlecht, dafür aber absolut heterogen in Punkto Arbeitsfeld und Zielsetzung. Die andere Gruppe, mit der ich mich aufgrund des gleichen Wohnortes in Hamburg mehrfach „live“ treffen konnte, war heterogen in Punkto Geschlecht und Alter, aber recht homogen in Punkto Arbeitsfeld und Zielsetzung. In beiden Kreisen hat die Kollaboration gut funktioniert und ich glaube, dass alle mit ihrer Zielerreichung zufrieden sind.

#Womenoutloud ist anders

…..denn hier ist automatisch, alleine durch die identischen (privaten) Erfahrungen, die Verbundenheit miteinander nochmal deutlich verstärkt.

Wie sonst ist es zu erklären, dass mitten in der Nacht „Kinder-Notrufe“ in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe von allen mit Verständnis und Unterstützung beantwortet werden. Keine hielt sich raus oder reagierte ungehalten ob der nächtlichen Störung – und wir haben alle anstrengende Tage- nein, im Gegenteil, alle machten sich Gedanken. So werden aus Fremden Freundinnen, die sich zwar noch nie im real life gesehen haben, aber doch auf Dauer miteinander verbunden (schönes Wortspiel J) bleiben (hoffe ich zumindest).

Doch auch mein anderer (Hamburg-)Circle hat dieses Potential, aus meiner Sicht aufgrund der persönlichen Treffen, aufgrund derer ähnlich wie bei womenoutloud eine ganz enge Verbundheit entstehen konnte. Ich bin daher rundherum zufrieden und kann beides empfehlen:

Womenoutloud UND/ODER ein „normaler“ Circle, gut ist jedoch, wenn ihr Euch mindestens einmal live treffen könnt. Hauptsache, ihr probiert es aus….#WOL rocks!

Mein neuer Circle steht in den Startlöchern. Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt… 

 

Photo by Vonecia Carswell on Unsplash

Working Out Loud for social change – A different approach

During my WOL journey I have been intensely studying the subject of enabling and embracing change in both professional and social settings. I have come across a very powerful quote by Mahatma Ghandi:

“Be the change you want to see in the World.”

We are, however, sometimes so consumed by the daily activities that we don’t even have time to think about what change we want to see in the world, and much less find the time and strength to take action towards it.

Prof. Dr. Otto von Scharmer, senior lecturer at MIT Sloan, in his book Theory U analyzes what it takes for people to initiate a change in social systems. He has concluded that 2 central points contribute for a decision to initiate change:

  • Mindset shift through deep reflection (awareness) of the situation and of one‘s personal responsibility toward a particular issue
  • Having a trusted circle of like-minded people that gives the courage and support to take action. Mr. Scharmer calls such groups „Collective Holding Spaces“

In my personal opinion, WOL-circles are exactly what Mr. Scharmer means when he talks about Collective holding spaces:

“WOL-Circle: A group you can grow with and who can support you and give you courage to initiate change!!”

WOL-Circle program, awareness building and call for action

The WOL self-learning program is designed like building blocks. Each week the activities planned in the WOL-guides explore a different aspect of the 5 elements of the WOL Mindset.

For me personally there are 4 specific weeks that play a crucial role in creating awareness and consequently calling for action on creating a positive change around you:

Week 5 – in week 5 you are asked to list 50 facts about you. To make the list, you have really to go deep in the past and reflect what makes you YOU. This list also helps you to identify: what could you contribute to others? What abilities and experiences have that can help others?

Week 7 – in week 7 you are asked to write a letter to yourself from a time in the near future, 2-3 years from now. It is a very effective method for you to think about your vision and direction in life.

Week 9 – in week 9 the focus is to reflect and share what you have learned so far. Additionally to reflect how you learn, what is your approach to learning and how can you let other people profit from your learnings.

Week 11 – by the time you reach week 11, you have already managed to build a pretty sustainable network. The core focus of this week is to imagine what you can achieve with the power of your network.

My personal learnings

Going through my learnings on my WOL Journey so far, I have identified the main drivers that lead me to initiate/participate in projects that can have a positive impact in the society, focused on the work with children and women:

Week 5 – re-discovering hidden passions: the fact that I was already a STEM advocate at the age of 17 came back to me doing the 50 facts exercise. And now that I have a daughter it became even more relevant to lead as a role model to contribute to the society.

Week 7 – While writing the letter from my future self, I reflected a lot on how I can use the privileges I have been granted in life to give something back to society. This came out as a vision:

  1. I want to help create an open, motivating and collaborative environment for learning at schools, to help children learn responsibly and in a self-organized way 21st century skills.
  2. I want to help women experience empowerment and develop their full potential using the power of social technologies.

Week 9 – During week 9, I experienced a courage boost, having achieved a shift in the direction of the growth mindset. Reflecting on how I can become better than yesterday has re-kindled my passion for life-long learning. I now see setbacks purely as growth opportunities, giving me the courage to try new things, fail, and try again.

Week 11 was for me a call for action. It was then that I realized that alone I couldn’t reach much, but joining forces with others in a co-creation team, only the sky is the limit. I wouldn’t have had this realization, hadn’t I participated in a WOL-circle!

In this week, I identified subjects I am passionate about and went on building the necessary networks, with open eyes, ears and heart to identify possibilities to act on my vision.

With the help of my purposeful network, I am actively involved in co-creating following projects, which I write about in separate posts:

  1. Magical Physics for primary schools – Engineers assist children in discovering the fun in physics in a participative environment.
  2. Learning with Robots – High school students give primary school children robotic classes and all profit from the collaborative way of learning between schools and students of different ages.
  3. WomenOutLoud – Supporting women to explore their potential using social technologies

“A long term vision I have is also setting up a Self Organized Learning Environment (SOLE) in a local high school to reinvent the way children learn!”

Participating in a WOL-circle, gives you the chance to find your passion and take actions to be the change you want to see in the World.

I can definitely say that without WOL, I definitely would not have achieved the broad reach and success in scaling the projects I am involved in!

I encourage all to try!

 

 

 

 

Let the game begin – Frauencircle, der Erste.

Wenn fünf motivierte Frauen sich zusammenschließen, kann nur was Gutes daraus werden. Davon bin ich überzeugt und wurde durch die ersten Sitzungen unseres Circles bestätigt. Es ist beeindruckend wie viel Feuer, Wissen und Neugier in meinen Circle-Teilnehmerinnen steckt. Dieses Feuer und Engagement mit Working Out Loud methodisch in eine Richtung zu leiten, um deren ganz persönliche Ziele zu erreichen, ist eine ehrenvolle Aufgabe. Meine Aufgabe.

Ich bin fröhlich aufgeregt gewesen, denn es würde mein erster Circle als Facilitator sein. Nicht mit viel Erfahrung, aber mit Neugier und Mut was Neues auszuprobieren, meine Komfortzone zu verlassen und von anderen zu lernen.  So ging ich auf diese Reise. Mein eigener erster Circle lief glücklicherweise noch und da habe ich mir wieder Unterstützung und aufmunternde Worte geholt: “Das wird gut!” sagten meine WOLies. Und ich glaubte Ihnen und glaubte an mich.

Schau da, es läuft wunderbar. Zu Anfang war ich fast eingeschüchtert, die Frauen in meinem Circle sind so viel weiter im Leben als ich. Sie alle haben das Thema Kind und Beruf schon für sich ausgetüftelt oder sind gerade dabei. Was kann ich Ihnen schon geben? Was wäre mein Beitrag? Aber ich will das unbedingt, ich gebe Ihnen ein Stückchen meiner Welt, lasse Sie hinein und hoffe sie können etwas davon profitieren. Auch wenn es mal nur das Lächeln meiner Lütte ist, die ausgerechnet heute partout nicht schlafen will.

Wir haben uns so viel zu sagen, wir können so viel voneinander lernen und es herrscht ein verständnisvolles, produktives Arbeitsklima. Mit spannenden Diskussionen und Inspirationen. Sodass ich eigentlich mich als Facilitator schon fast überflüssig fühle. Nein, nein, das ist super! Wenn eine Gruppe so offen und effektiv zusammenarbeitet, dass man den Moderator nicht braucht oder merkt, ist das perfekt! Ich bin dankbar, dass ich dabei sein kann, um diese Frauen zu begleiten und gespannt wie es weiter geht.

Übrigens, mache auch ich mir keine Sorgen um Diversität, denn die Frauen sind so einzigartig wie Ihre Ziele und die Herangehensweise an diese. Let the game begin…

Was, wir kennen uns erst seit letzter Woche?

Stell Dir vor, Du startest Deine Videokonferenz-Software, und Dich erwarten strahlende Gesichter und ein bereits laufendes, angeregtes Gespräch. Das ist nicht nur working out loud, das ist womenoutloud! Ja, zugegeben, viele Frauen quatschen gerne- weil wir uns gerne untereinander austauschen! Nix mit Stutenbissigkeit, sondern ein neugieriges Zuhören, Reingucken in andere Lebensentwürfe, ein voneinander lernen wollen, ein sich inspirieren lassen. Aber warum dies «nur» unter Frauen?

Schon beim Kennenlerntreffen aka WOL Week 0 wurde sehr schnell klar, dass uns ähnliche Fragen antreiben. Und dass diese Fragen unweigerlich mit unserem «Frau-sein» zusammenhingen. Wie werde ich die Zeit mit kleinem Kind und Job meistern? Und warum stelle ich mir diese Frage viel ernsthafter als der Vater? Warum reagiert die Gesellschaft so kritisch darauf, dass ich eine Führungsposition habe, mein Ehemann aber nicht? Ist Selbständigkeit der Weg aus der Teilzeit-Misere?

Wir fühlten uns gleich äusserst wohl und vertraut in unserem Circle. Vieles musste nicht externalisiert, ausgesprochen werden- es war durch unsere Gemeinsamkeit einfach klar. Und auf diese Basis kommen nun unsere ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Familienmodelle. Und eine grosse innere Motivation, miteinander WOL zu erleben. Jede mit ihrem Ziel, das nichts mit Kindern zu tun hat, sondern ganz persönlich ist. Eine wertvolle Insel für Familienfrauen, die häufig durch ihr Umfeld fremdgesteuert sind. Ich mache etwas FÜR MICH! Schaff ich das auch?

Wir fahren also zweigleisig. Wir dürfen die spannende Erfahrung teilen, als Circle gemeinsam WOL zu erleben. Gleichzeitig spielen unsere Rollen, Schwierigkeiten und Lösungen im Spannungsfeld Beruf und Familie hinein. Und nein, ich mach mir keine Sorgen mehr wegen fehlender Diversität- diese ist durch unsere unterschiedlichen Berufe und Lebenserfahrungen gewährleistet. Im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass unsere Gemeinsamkeiten uns schneller zu grösserem Vertrauen führen als es in anderen Circles geschehen mag. Wie schade, dass ich noch 7 Tage warten muss bis zum nächsten Treffen!

Job Crafting und Muttersein

Von Christina Wolf

Ein Gedankengang rund um WOL und Muttersein umtreibt mich schon seit einiger Zeit. Im Zuge eines WOL Circles begegnet man in Woche 6 dem Konzept des Job Crafting. Hier zitiert John Stepper eine Studie von Amy Wrzesniewski und Jane E. Dutton, die untersucht haben wie Menschen ihre berufliche Tätigkeit wahrnehmen und welche Einflussmöglichkeiten existieren um diese Eigenwahrnehmung zu verändern.

Laut dieser Studie ordnen Menschen ihre berufliche Tätigkeit einer der folgenden 3 Kategorien zu:
Als Job – etwas, das ich mache um Geld zu verdienen für meinen Lebensunterhalt
Als Karriere – etwas, das für mich eine Weiterentwicklung ist und meine Bedürfnisse nach Anerkennung befriedigt
Oder als Berufung – etwas, das mich erfüllt, das zu tun mich glücklich macht.

Es gibt Berufe, die in der allgemeinen landläufigen Wahrnehmung häufig in eine dieser 3 Kategorien eingeordnet werden – von außen betrachtet wohlgemerkt. Arzt, Lehrer, Staatsanwalt – das sind „Berufungen“. Manager, Politiker, Unternehmensberater – das sind „Karrieren“. Reinigungskraft, Buchhalter, Taxifahrer – das sind „Jobs“.

Erstaunlicherweise – oder auch nicht – haben die beiden Forscherinnen festgestellt, dass bei ihren Befragungen zur Eigenwahrnehmung über alle diese Berufsgruppen die Aufteilung in diese Kategorien gleich war. D.h. anteilig nehmen gleichviele Lehrer, Manager oder Reinigungskräfte ihren Beruf als Job, als Karriere oder als Berufung wahr.

Eigentlich ganz logisch, weil wer kennt nicht den einen Typ aus dem Bekanntenkreis, der „der geborene Buchhalter“ ist und voll in seinen Exceltabellen aufgeht? Oder den Lehrer, der seit Jahren die gleichen Arbeitsblätter rausgibt und seine Schüler in keinster Weise für ein Fach begeistern kann? Oder die Schulkameradin, die schon mit 12 im Kinderparlament saß und in den Sommerferien Praktika bei allen möglichen politischen Institutionen gemacht hat – klar, dass die jetzt Politikerin ist.

Für Unternehmen ist es natürlich interessant zu verstehen, was passieren muss, damit die Mitarbeiter ihren Beruf auch als Berufung wahrnehmen. Hier kommt das Job Crafting ins Spiel – Veränderungen in der Aufgabenvielfalt, des Aufgabenbezugs oder der Aufgabentiefe die es mir ermöglichen eine größere Bedürfnisbefriedigung zu erlangen und damit meine intrinsische Motivation zu stärken.

Was mich in Zusammenhang mit diesem Konzept als Mutter nachdenklich gemacht hat: Muttersein wird gesellschaftlich standardmäßig in die Kategorie „Berufung“ eingeordnet. Jede Frau ist berufen dazu Mutter zu sein. Mütter sind immer lächelnd, immer glücklich, einfach nur zufrieden ein oder mehrere Kinder geboren zu haben und ihnen beim Wachsen zuzusehen.

Ok, mittlerweile ist durchaus anerkannt, dass Hausfrau und Mutter auch ein Job ist, eine soziale Dienstleistung, allerdings einer ohne monetäre Bezahlung und damit ohne Beitrag zum BIP. Aber suggeriert mir die Werbung nicht auch oft genug, dass Muttersein, und vor allem Working Mum sein, auch eine Karriere ist? Weil ich bin ja jetzt Familienmanagerin, Psychologin, Eventorganisatorin, Ersthelferin, Logistikplanerin und Mobilitätsdienstleister, Haushaltsfachkraft – ach ja, und berufstätig, Partnerin und liebevolle Mama (ohne jemals auch nur annähernd ins Schwitzen zu kommen).

Was ist denn nun Muttersein? Berufung, Job oder Karriere?

Ich glaube mittlerweile, auch hier ist die Verteilung gleich – wie in den anderen Berufen. Allerdings glaube ich, nein weiß ich, dass es verdammt schwer ist, das für sich zu reflektieren und sich mit der gewonnenen Erkenntnis auseinander zu setzen. Da treffen verschiedenste Kraftfelder aufeinander, die mal mehr mal weniger bewusst an mir zerren und mich in die eine oder andere Richtung ziehen. Ein kleines Potpourri an Aussagen, die ich so gehört oder erfahren habe:

  • Wie bitte, sie bringt das Kind mit einem knappen Jahr in fremde Betreuung um wieder zu arbeiten? Haben die das Geld so nötig?
  • Wie bitte, sie bleibt jetzt beim zweiten Kind länger als 1 Jahr daheim? Die hat doch studiert, diese gute Ausbildung war ja dann mal völlig unnötig.
  • Wie bitte, die arbeitet wieder Vollzeit und geht auf Dienstreisen? Na die muss aber Karriere-geil sein.
  • Wie bitte, die geht heute um 15 Uhr um beim Laternenumzug ihres Kindes dabei zu sein und kommt nicht zum Meeting? Na klar, die Mütter eben, mit den Kindern verlieren die jeglichen Sinn für ihre Karriere.
  • Wie bitte, die kommt nach 3 Monaten wieder arbeiten und der Mann bleibt daheim? Na gute Kinderversorgung geht anders, also stillen kann die dann ja nicht.
  • Wie bitte, die nächste Karrierestufe für sie? Die ist doch gerade Mutter geworden, das können wir ihr doch jetzt nicht zumuten.

Ich denke, ihr kennt noch viel mehr solcher Aussagen oder erstaunt-empörter Fragen.

Um mich in dem ganzen Wirrwarr an Ansprüchen von meinem Umfeld, von tatsächlichen und unterstellten Ansprüchen und nicht zuletzt meinen ganz eigenen Ansprüchen an mich selbst zurechtzufinden hat mir der Gedankenanstoß des Job Crafting Konzepts geholfen, Klarheit zu schaffen.

Ich habe vor Working Out Loud schon gefühlt, dass ich eine bessere Mutter sein kann, wenn ich arbeiten gehe und dabei anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgaben wahrnehme. Weil ich dann eine zufriedenere Mutter bin. Es gibt für mich Anteile im Muttersein, die durchaus Berufung sind –Neugier in meinen Kindern zu wecken, die Lust Dinge zu entdecken, zu erforschen, zu hinterfragen, zu sehen, wie sich diese kleinen Persönlichkeiten entwickeln. Aber es gibt Anteile, die für mich Job sind – auf gesunde Ernährung zu achten, schauen, dass sie im Sommer Sonnenschutz tragen, Freizeitorganisation, Kindergeburtstage. Das mache ich auch alles sehr verantwortungsbewusst und auch gern, es ist ja mein Job als Mutter, aber es macht mich nicht zufrieden oder glücklich – oder gibt mir Anerkennung, wie es das bei anderen Müttern tut.

Und ich habe aufgehört, mich deswegen schlecht zu fühlen, dass das so ist, meistens jedenfalls.

Ich kann euch nur empfehlen, euch die Zeit dafür zu nehmen, zu reflektieren was Muttersein für euch ist – Job, Karriere oder Berufung. Die Klarheit hilft dabei, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen anzugehen im Sinne des Job Crafting oder auch darüber hinaus.

Wie seht ihr das? Habt ihr auch schon mal sowas erlebt oder erfahren?
Ich freue mich auf eure Kommentare, Gedanken oder Fragen.

Links:
http://faculty.som.yale.edu/amywrzesniewski/documents/Craftingajob_Revisioningemployees.pdf
https://static1.squarespace.com/static/5602f08de4b0cb7ca5d4a933/t/5a99ae08652dead54a60de51/1520021001404/WOL+Circle+Guide+-+Week+6+v4.5.pdf

Photo by Dominik Scythe on Unsplash

Ist #womenoutloud diskriminierend?

Sie kam schneller als erwartet. Viel schneller. Kaum hatten wir unser Projekt #womenoutloud veröffentlicht, meldete sich ein engagierter Vater:

Warum bedarf es dafür einer abgegrenzten Community? Wäre es nicht sinnvoller einen offenen Bereich in einer übergreifenden #WOL Community anzubieten? WOL verstehe ich als Methode zur Vernetzung über „Grenzen“ hinweg. Eine abgegrenzte Community widerspricht dem #WOL Gedanken.

Wir hatten im Vorfeld mehrfach darüber diskutiert, ob der Fokus auf ein Geschlecht ausgrenzend ist. Schliesslich sind es nicht nur die Frauen, deren Leben nach der Familiengründung anders verläuft als vorher. Auch Männer tragen plötzlich mehr Verantwortung, verlieren persönliche Freiheiten und schlafen nachts schlecht. Und auch Männer können- zumindest in Deutschland- Elternzeit nehmen. Auch wenn die Statistik klar zeigt, dass dies Männer viel weniger oder kürzer tun als Frauen und dass sie nachher eher wieder Vollzeit arbeiten, gibt es sehr engagierte Väter, die sich in all den „Mütter-Diskussionen“ übergangen fühlen. Zu Recht.

Uns geht es aber bei diesem Projekt nicht um eine Abgrenzung oder gar einer Gegenüberstellung der Situationen der beiden Geschlechter.  Wir möchten in unserem Projekt ganz einfach auf eine weitere Lebenssituation hinweisen, bei der WOL eine Hilfe sein kann. Und zwar eine, die wir selbst erfahren haben und von der wir direkt etwas verstehen: Frauen im Wiedereinstieg oder der Neuorientierung. Dies kann gerade nach der Elternzeit sein, oder auch später im Familienleben- wenn die Kinder grösser werden, wenn es Veränderungen beim Arbeitsverhältnis des Vaters gibt. Dann gibt es vielleicht den alten Job nicht mehr. Und schon gar nicht in Teilzeit, ein Arbeitsverhältnis, dass vielen Frauen wichtig ist, oder bei einigen Familien sogar notwendig. Denn auch wenn Kinder in der KiTa und Schule gut betreut sind- so ganz ohne Eltern geht es dann halt doch nicht, speziell wenn die Kinder nicht in Schublade „einfach, gefügig und lernbereit“ passen.

Wir möchten also mit unserem Projekt die WOL Botschaft gezielt für ein spezifisches Bedürfnis schärfen. Wir möchten auf Basis unserer Gemeinsamkeit als Frauen mit einer Begeisterung für WOL die vor/in/nach einer Elternpause stehen unsere Erfahrungen teilen und damit – vielleicht – andere inspirieren. Dementsprechend ist #womenoutloud auch keine geschlossene Community, sondern ein Projekt, bei dem auch Männer herzlich eingeladen sind, mitzudiskutieren. Es soll eine Sub-Community in der ganzen WOL Bewegung werden, die neue Aspekte aufgreifen will, somit eine weitere, eventuell ganz andere Personengruppe auf WOL aufmerksam machen und sie für WOL begeistern will.

Man könnte es auch mit Audes Worten ausdrücken: Wir schneiden nur den demographischen Kuchen ein wenig anders: Wir fokussieren auf alle interessierten Frauen, egal ob deutsch, französisch, englisch, spanisch, portugiesisch oder russisch sprechend, im Gegensatz zu WOL Gruppen, die sich auf eine Sprache oder ein Land fokussieren.

Und: Wenn sich das Projekt dorthin entwickelt, dass es alle, die von einem Umbruch betroffen sind, einbezieht, dann ist das nur noch umso schöner! Lasst uns mit #womenoutloud aber dort beginnen, wo wir selbst zuhause sind.

What empowerment looks like: Daniella’s story

John Stepper hat letzten Oktober einen Blog Beitrag über Daniella Engagement verfasst, den wir hier mit Euch teilen möchten.

I was inspired by how she turned an idea into reality, using her Working Out Loud Circle to create a possibility she hadn’t imagined before. When she started, she had the same doubts and fears we all have. But by taking small steps over time, with feedback and peer support along the way, she made something wonderful emerge.

http://workingoutloud.com/blog//what-empowerment-looks-like-daniellas-story?rq=daniella

 

Die perfekte Zielgruppe für Working Out Loud

Dieser Blog Post von Janine Kirchhof, Learning & Development Professional bei Mercedes-Benz, handelt weder von Frauen noch von WOL als Hilfestellung bei der Karriereplanung. Es ist ein Artikel darüber, wie die Einführung von WOL Circles bei zwei verschiedenen Zielgruppen im Betrieb nicht wirklich gelang. Und das macht ihn aus: Janine berichtet offen von Misserfolgen, von falschen Annahmen und dem Schmerz, wenn es nicht hinhaute. Wir verneigen uns vor soviel Mut zur Offenheit! Danke Janine!

Die perfekte Zielgruppe für Working Out Loud